Synthesizer für Anfänger

Wer sich für elektronische Musik interessiert, hat mit Sicherheit schon von Synthesizern gehört - ein vielseitiges Instrument, das aus moderner Musik nicht mehr wegzudenken ist. Sie bieten nahezu unendliche Möglichkeiten, um neue und eigene Klänge zu produzieren und somit ganz neue Soundlandschaften zu entdecken. Doch was genau ist ein Synthesizer, welche Typen gibt es überhaupt und welcher ist der richtige Synthesizer für Anfänger? Genau diese und weitere Fragen beantworten wir in diesem Blogbeitrag, um dich in dieses spannende Thema einzuweisen.
Was ist ein Synthesizer?
Akustische Instrumente wie Klaviere oder Gitarren erzeugen Klang, indem Saiten oder Membranen in Schwingung gebracht werden, wodurch ein einzigartiger Ton entsteht.
Synthesizer dagegen erzeugen Töne durch elektronische Schwingungen und die Manipulation und Kombination verschiedener Audioquellen. Dabei können Synthesizer eine riesige Bandbreite an verschiedenen Klängen erzeugen. Es können sowohl klassische Instrumente nachgeahmt werden als auch völlig neue Sounds erzeugt werden, sodass viel herumexperimentiert werden kann.
Arten von Synthesizern
Synthesizer können entweder ausschließlich analoge oder digitale Signale erzeugen oder die Vorteile beider Welten verbinden.
Analoge Synthesizer
Bei analogen Synthesizern werden Klänge ausschließlich durch elektronische Schaltungen und analoge Oszillatoren, Filter und Verstärker erzeugt. Diese Töne sind bekannt für ihre Wärme und werden als lebendig und authentisch wahrgenommen. Bedient werden die analogen Geräte durch eine große Anzahl physischer Regler und Schalter. Oft sind sie modular aufgebaut, sodass es relativ einfach ist, Signalwege zu verändern und neue kreative Möglichkeiten zu entdecken.
Digitale Synthesizer
Digitale Synthesizer produzieren dagegen Töne mithilfe digitaler Signalprozessoren und komplexer Syntheseformen. Da sie nicht auf analoge Schaltungen begrenzt sind, können sie eine größere Bandbreite und Vielfalt an Klängen erzeugen. Sie können analoge Instrumente nachahmen oder völlig neue Sounds entstehen lassen. Dabei funktioniert die Bedienung auch teilweise über Regler und Schalter - allerdings gibt es auch Displays, um sich durch Menüs zu navigieren. Hier besteht normalerweise auch die Möglichkeit, Sounds, als Preset zu speichern. Meist sind sie zu niedrigeren Preisen als analoge Synthesizer erhältlich.
Hybride Synthesizer
Hybride Synthesizer kombinieren analoge und digitale Komponenten zur Klangerzeugung. Das heißt, dass zum Beispiel digitale Oszillatoren elektronische Schwingungen erzeugen, die aber wiederum mit analogen Filtern bearbeitet werden – oder andersherum. Dadurch können sie Klänge mit der charakteristischen Wärme von analogen Geräten erzeugen, ohne auf die digitale Vielseitigkeit zu verzichten. Auch hier funktioniert die Steuerung durch eine Mischung aus physischen Reglern und digitalen Bedienelementen und Sounds können einfach als Presets abgespeichert werden. Ähnlich wie bei komplett analogen Synthesizern kann sich der Klang mit der Zeit ändern, wenn analoge Komponenten durch Abnutzung in Mitleidenschaft gezogen werden. Preislich befinden sich hybride Geräte ungefähr in der Mitte zwischen analogen und digitalen Synthesizern.
Arten der Klangsynthese & wie sie funktionieren
Wie genau ein Synthesizer Töne erzeugt, ist abhängig von der Form der Klangsynthese. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie elektronische Schwingungen und somit die Sounds entstehen. Zu den wichtigsten Formen wollen wir euch im Folgenden vorstellen.
Subtraktive Synthese:
Diese Form ist die am weitesten verbreitete Syntheseform, bei der mehrere Oszillatoren einen Grundton erzeugen. Anschließend wird das Signal durch einen Filter geschickt, der bestimmte Frequenzbereiche entfernt – daher der Name subtraktive Synthese. Hüllkurven und LFOs sorgen zum Schluss für einen dynamischen Klang.
Additive Synthese:
Die Additive Synthese bildete den Ursprung der Synthesizer. Hierbei entstand die Idee, Sounds mit sich selbst zu modellieren, was zuerst mit den Hammond Orgeln angewandt wurde. Die additive Synthese ist eine Methode der Klangerzeugung, bei der ein Klang entsteht, indem mehrere einfache Sinustöne mit unterschiedlichen Tonhöhen und Lautstärken übereinandergeschichtet werden. Der Grundton bildet die Basis und wird durch Obertöne ergänzt, die allen einen Teil zur Klangfarbe beitragen. Dabei basiert das Verfahren auf dem mathematischen Prinzip, dass jeder komplexe Klang in vielen einzelnen Schwingungen dargestellt werden kann.FM-Synthese:
Bei der Frequenzmodulation entstehen Töne, indem die Frequenz der Schwingung eines Oszillators (Träger) durch Schwingungen eines zweiten Oszillators (Modulator) beeinflusst wird. Der Modulator verändert die Frequenz des Carriers, sodass aus einem einfachen Grundton ein komplexer Klang entsteht. Hier entstehen Sounds also durch die gegenseitige Beeinflussung von mehreren Schwingungsformen.
Physical Modeling:
Physical Modeling ist eine Syntheseform, die darauf abzielt, echte Instrumente zu imitieren. Dafür werden allerdings keine Oszillatoren verwendet, sondern die physikalischen Eigenschaften eines akustischen Instruments in einem mathematischen Modell simuliert. So können Flöten, Geigen, Klavier und andere Instrumente künstlich nachgeahmt werden.
Wavetable Synthese:
Synthesizer, die mit der Wavetable-Synthese arbeiten, verfügen über einen Oszillator, der nicht nur eine einzige Wellenform, sondern eine ganze Sammlung zur Verfügung stellt und in einer Tabelle speichert. Zwischen diesen Wellenformen kann das Gerät nun stufenlos wechseln oder sie mischen, wodurch sich der Klang verändert und verschiedenste Töne erschaffen werden können.
Granular Synthese:
Bei der Granular Synthese wird ein bestehender Klang in viele winzige Fragmente (Grains) zerlegt und anschließend vom Synthesizer neu zusammengesetzt. Diese Grains werden dann überlagert oder zeitlich versetzt abgespielt und Eigenschaften wie Länge, Tonhöhe, Lautstärke und weiteres können nach Belieben eingestellt werden, um einen einzigartigen Ton zu erzeugen.
Analoge Geräte funktionieren dabei ausschließlich durch subtraktive Klangsynthese und können mit keiner anderen Form ausgestattet sein. Im Gegensatz dazu können digitale und hybride Synthesizer Töne durch verschiedenen Syntheseformen erzeugen. Viele moderne Modelle bieten die Möglichkeiten, in einem Instrument zwischen mehreren Syntheseformen hin und her zu wechseln, um die Vorteile aller Arten nutzbar zu machen.
Wovon hängt die Wahl des optimalen Synthesizers für Anfänger ab?
Wenn du dich dazu entscheidest, dir einen Synthesizer für Anfänger zuzulegen, gibt es wie bereits gezeigt eine riesige Auswahl an verschiedenen Arten. Zunächst einmal musst du entscheiden, ob er analog, digital oder hybrid funktionieren soll.
Analog, digital oder hybrid?
Bei dieser Entscheidung sollte Folgendes beachtet werden:
Bedienbarkeit: Analoge Geräte bieten auf einen Blick, welche Schalter und Regler vorhanden sind. Digitale und hybride Geräte dagegen haben oft verschachtelte Menüs, die zwar die Orientierung erschweren, aber verfügen dafür meist über mehr Einstellungen.
Klangvorlieben: Entscheidend ist, welcher Musikstil gespielt werden möchte. Wer nach einem warmen und lebendigen Klang sucht, für den sind analoge Geräte besser geeignet.
Presets: Wenn du mit Presets arbeiten und Sound speichern möchtest, dann sind digitale oder hybride Synthesizer dein Go-to.
Kosten: Vor allem für Anfänger sind die Kosten entscheidend. Neulinge auf dem Gebiet sollten eher mit günstigeren Modellen starten, als direkt einen Haufen Geld zu verbrennen.
Insgesamt kommt die Entscheidung stark darauf an, welche Musik du wie produzieren möchtest. Analoge Synthesizer haben mit den physischen Schaltern und Reglern allerdings eine Benutzeroberfläche, die besonders intuitiv bedienbar ist. Das erleichtert den Einstieg und lädt dazu ein, viel zu experimentieren, was wiederum das Verständnis der Klangerzeugung erleichtert. Deshalb eignen sie sich vor allem als Synthesizer für Anfänger gut.
Welche Form der Klangsynthese bei einem Synthesizer für Anfänger?
Auch auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort – welche Syntheseform für Anfänger am besten geeignet ist, hängt auch von mehreren Faktoren ab:
Musikstil: Jeder Musikstil ist für bestimmte Klänge und somit Synthesearten bekannt. Dementsprechend eignen sich für elektronische Musik vor allem die subtraktive und Wavetable-Synthese aufgrund ihrer druckvollen und prägnanten Sounds.
Musikstil |
Empfohlene Syntheseart / Typ |
Elektronisch (Techno, House, EDM) |
Subtraktiv, Wavetable, FM |
Ambient / Sounddesign |
Granular, Wavetable, FM, Physical Modeling |
Pop / Rock |
Subtraktiv, Sample-basierte Synths |
Experimentell |
Modulare, Granular, Physical Modeling |
Klassische Synth-Sounds |
Analoge oder analog-modellierte Synths |
Erfahrungslevel: Je nachdem, wie erfahren du bereits bist, bieten sich mit der Zeit immer komplexere Geräte an. Synthesizer für Anfänger sollten nicht mit zu vielen Reglern, Schaltern und Menüstrukturen überfordern. Die subtraktive Synthese ist beispielsweise relativ leicht zu verstehen und deutlich intuitiver als die eher abstrakte Granularsynthese.
Fazit
Bei der Wahl eines Synthesizers für Anfänger lohnt es sich, nicht nur auf digitale und hybride Modelle zu setzen. Der Vorteil ist, dass diese vielseitig einsetzbar sind, eine große Klangvielfalt und eine Speicher- bzw. Presetfunktion besitzen. Allerdings kann die Vielfalt an Einstellungen und Menüs Anfänger auch leicht überfordern. Analoge Geräte sind im Gegensatz dazu noch intuitiver bedienbar, sodass man sich einfach ausprobieren kann und im Zuge dessen die Funktionsweise des Synthesizers kennenlernt. Mittlerweile gibt es eine breite Auswahl analoger Synthesizer in niedrigen Preisklassen, die sich besonders für Anfänger eignen. Wie bereits erwähnt, hängt die ideale Wahl aber auch von individuellen Vorlieben ab: Welche Musik möchtest du produzieren? Liegt der Fokus auf charakteristischen warmen Tönen (analoge Synthesizer) oder soll eine große Klangauswahl (digitale und hybride Synthesizer) geboten werden? Stelle dir auch die Frage, wie du am liebsten mit deinem Instrument arbeiten möchtest. Synthesizer für Anfänger bis Profi bei Zoundhouse.de
Ein Synthesizer ist ein faszinierendes Instrument, mit dem du ganz eigene Sounds für elektronische Musik erzeugt werden kannst – doch gleichzeitig ist es auch ein hoch kompliziertes Gerät. In diesem Blogbeitrag sollte in dieses interessante Thema eingeführt und Anfängern Hinweise für die Wahl des ersten Synthesizers gegeben werden. In unserem Online-Shop findest du diverse Synthesizer, aber auch Saiten-, Streich- und Blasinstrumente oder Audio-Technik für Recording. Stöbere jetzt durch unser Sortiment und finde hochwertiges Equipment für Musikliebhaber. Bei Fragen zu unseren Produkten kannst du gerne zu uns Kontakt aufnehmen!